Neue Antependien in der Güchenbacher Kirche


Die Kirchengemeinde Güchenbach hat für die Evangelische Kirche Riegelsberg neue Antependien anfertigen lassen. Möglich wurde dies durch großzügige Spenden. Die alten Antependien werden aufbewahrt und zu zu besonderen Anlässen verwendet.

Schon seit einigen Jahren bestand der Wunsch, die verblassten grünen Antependien durch neue zu ersetzen. Auch die blauen, recht eigenwillig gestalteten Evangelisten an der Kanzel haben bei neuen Menschen oder Kindern eher Fragen und Grusel ausgelost, als auf die Verkündigung hingewiesen. So hat jede Zeit aber ihre Formen und ihre Ausdrucksweisen, die wir nicht wegwischen, sondern denen wir jetzt etwas hinzufugen, aber eben: zeitweise.

Wir werfen nichts weg und lassen nichts unsichtbar verschwinden, wie man am Vitrinenschrank mit der alten Vasa Sacra und dem restaurierten Taufbecken in der
Kirche sehen kann. Um ein weiteres Verblassen der Paramente zu verhindern, werden wir sie zukünftig nur noch in der Epiphaniaszeit aufhängen und die Trinitatiszeit den neuen, noch ganz kräftig grünen Antependien anvertrauen: Durch Spenden, die von Januar bis Juli 2017 gesammelt wurden, sind 1.200,00 € eingegangen, durch die wir die Herstellung der von der
Firma Eggert aus Hamburg handgewebten und gestickten Antependien finanzieren konnten.

Das Kanzelantependium ist schlicht gehalten: Formgebend ist das Kreuz, das im Zentrum
aller Verkündigung steht. Dieses Kreuz, das in seiner roten Farbe das Rot der Kirchenfenster
aufnimmt, wird gefüllt von vier Buchstaben: X und P sind die griechischen Anfangsbuchstaben von XPIΣTOΣ (Christus). A und Ω sind Anfangs- und Endbuchstaben des griechischen Alphabets und stehen für Jesus Christus, den Anfang und das Ende (Offb. 22,13), wie wir auch umgangssprachlich sagen, dass etwas A und O ist. So ist auf der Kanzel ausgedruckt, dass das Kreuz Jesu Christi Anfang und Ende allen Predigens ist.

Das Altarantependium, das kreuzförmig ebenfalls das Rot der Altarfenster aufnimmt, stellt die Geschichte vom vierfachen Acker, dem Gleichnis vom Sämann (Mk. 4) dar. Es steht programmatisch über der sog. Festlosen Trinitatiszeit: Es geht darum, das Wort Gottes, das an Weihnachten Fleisch geworden, an Epiphanias erschienen, an Karfreitag und Ostern
gelitten und wieder auferstanden, an Pfingsten geistvoll gegenwärtig wurde und an Himmelfahrt in leibhafter Gestalt zur Rechten des Vaters zurückgekehrt ist, unter die Leute zu bringen.
Einiges vom ausgebrachten Samen fiel auf Felsen, einiges wurde von den Vogeln gefressen, einiges fiel unter die Dornen, einiges viel auf gutes Land, ging auf, wuchs und brachte vielfache Frucht. So stellt das Antependium uns vor Augen, dass das verschwenderische Ausbringen des Wortes Gott unser Dienst ist, Jesus allein aber gibt Wachstum und Gedeihen. Darum ist die Trinitatiszeit eigentlich nicht festlos, sondern sie will die Ernte der Christusfeste einbringen: den Glauben der Gemeinde.





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