Pfarrer Dr. Joachim Conrad erhält Bundesverdienstkreuz am Bande


Dr. Joachim Conrad, Pfarrer der Kirchengemeinde Kölln, wurde mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Der 57-jährige Theologe erhielt die Auszeichnung für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement im Rahmen des Archivwesens und der Regionalgeschichte.

Als „umtriebigen und fleißigen Menschen“ lobte der saarländische Minister für Bildung und Kultur, Ulrich Commerçon, den Ausgezeichneten bei der Ordensverleihung im Köllerbacher Uhrenmuseum. Neben seiner hauptamtlichen Tätigkeit als Pfarrer seiner Kirchengemeinde und im Kirchenkreis Saar-West sowie als Professor für Kirchengeschichte an der Universität des Saarlandes ist er in zahlreichen Vereinen und Ausschüssen mit (kirchen-)historischem Schwerpunkt aktiv.

Dreißig Archive hat er in den letzten Jahren geordnet, von kirchlichen über kommunale und Vereinsarchive bis hin zu privaten Nachlässen. Seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass es seit diesem Jahr ein evangelisches Zentralarchiv im Saarland gibt, dessen ehrenamtlicher Leiter Conrad ist. Auch das Projekt „Saarländische Biografien“, ein Online-Lexikon über saarländische Persönlichkeiten, wird seit Jahren unter seiner Federführung realisiert. Daneben steht eine umfassende geisteswissenschaftliche Autorentätigkeit: Unter anderem 17 Monografien sowie hunderte Aufsätze und Artikel hat er bis heute publiziert.

 

Conrads Interesse für die Vergangenheit und die Liebe zu Archiven reichen bis in seine Jugend zurück. Schon als 14-jähriger sammelte er Information zur Landesgeschichte. Während gleichaltrige Jungen draußen Fußball spielten, löcherte er seine Großeltern mit Fragen zum Familienstammbaum. Neben der Fülle steht bei ihm eben auch die Liebe fürs Detail. „Camus stellt sich Sisyphos als glücklichen Menschen vor. Ich habe ihn mir als Wahlverwandten ausgesucht.“, beschreibt Conrad seine Philosophie. Die Hartnäckigkeit zeichnet sich aus: Heute lässt sich der Conrad’sche Stammbaum bis ins 16. Jahrhundert nachweisen.

Conrad selbst sieht sich eigentlich in der zweiten Reihe, immerhin sei er nicht der Erste, der das Bundesverdienstkreuz erhielt. Sowohl sein Vor-Vorgänger im Köllerbacher Pfarramt, Karl Ludwig Rug, als auch sein Großvater wurden damit bereits ausgezeichnet. Er selbst sei aber mit 57 Jahren der Jüngste in der Runde.

Die Verleihung sieht er als Zwischenschritt. Es gebe noch viele Projekte, die ihn auch in Zukunft beschäftig halten werden. Aktuell laufen etwa die Arbeiten an einer Festschrift zum 800. Jubiläum seiner Hauskirche, der Martinskirche in Köllerbach.

Umfassende Informationen zu seinem Engagement auf www.uni-saarland.de/fak3/fr32/conrad/neu/





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