07. Februar 2026
Über 345.000 Euro für saarländische Kinder in Not: Sternenregen erfolgreich seit 22 Jahren
Die Spendenaktion „Sternenregen“ von Radio Salü und den beiden großen Kirchen im Saarland konnte auch 2025 vielen saarländischen Kindern und ihren Familien in Not helfen. Unter dem Motto „Wir sind füreinander da. Jede Spende zählt!“ kamen unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Anke Rehlinger 345.144 Euro zusammen – von Einzelspendern, Firmen und Vereinen. Von Mitte November 2025 bis Anfang Januar 2026 machte Radio Salü mit Radiospots, Berichten und Beispielen von Betroffenen verstärkt auf die Hilfsaktion aufmerksam; viele der Beiträge wurden von den Privatfunkredaktionen der katholischen und der evangelischen Kirche produziert. Das Ergebnis übertraf alle Erwartungen und ermöglicht es dem Verein, seine gemeinnützige Arbeit weiterhin zuverlässig und wirksam fortzusetzen. Die Spendenaktion „Sternenregen“ begleitet seit über 22 Jahren die Situation armutsgefährdeter Familien im Programm von Radio Salü und macht so auf das Thema „Kinderarmut im Saarland“ aufmerksam.
„Die Saarländer und Saarländerinnen sind schon eine Klasse für sich. Es ist toll zu sehen, wie die Menschen in unserem Land trotz oder gerade auch wegen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Unsicherheiten zusammenhalten. Dieses erneut herausragende Spendenergebnis ist ein deutliches Zeichen dafür“, sagte der evangelische Pfarrer Wolfgang Glitt, Vorsitzender des Vereins, bei der Pressekonferenz in der Evangelischen Notkirche in Saarbrücken am 6. Februar 2026. Er zitierte aus einem Unicef-Bericht von 2025, wonach es in Deutschland 1,3 Millionen Kindern am nötigsten fehle. So fehlten etwa vollwertige Mahlzeiten oder ein zweites Paar Schuhe. Viele lebten in überbelegten und kalten Wohnungen. Die betroffenen Kinder seien auch in anderen Lebensbereichen benachteiligt, durch schlechte Ernährung hätten sie ein erhöhtes Risiko für Übergewicht. „Gerade Mädchen leiden vermehrt unter psychischen Problemen verursacht durch Mobbing und einem hohen Anpassungsdruck“, sagte Glitt.
Anlässlich der Pressekonferenz überreichten die Verantwortlichen von „Sternenregen“ den symbolischen Spendenscheck für den Spendenzeitraum 2025 stellvertretend an Anne Fennel, Geschäftsführerin der Diakonie Saar. „Eltern haben schon alles versucht, die Situation ihrer Kinder zu verbessern, verzichten auf eigene Wünsche und Träume. Und wenn dann nichts mehr geht und sie durch die Aktion „Sternenregen“ eine schnelle und unbürokratische Hilfe bekommen, ist das wie ein Wunder. Möglich ist das nur, weil sich Radio Salü, der Verein Radio Salü Wir helfen e.V. und die Saarländerinnen und Saarländer so engagieren. Die Aktion „Sternenregen“ lässt Wunder wahr werden“, sagte Fennel. Als Beispiel für den Einsatz der Spendengelder berichtete sie von einer alleinerziehenden Mutter. „Sie konnte sich aus einer Gewaltbeziehung mit dem Kindsvater befreien und war infolge umgezogen. Es fiel auf, dass das Kind am neuen Wohnort nicht die Schule besuchte.“ Beim Hausbesuch durch Mitarbeiterinnen habe sich herausgestellt, dass der Antrag für die Befreiung von der Schulbuchausleihe nicht rechtzeitig gestellt worden war. „Aus Scham, weil es keine Schulmaterialien hatte, war das Kind nicht zum Unterricht gegangen. Wir sind dankbar, dass wir an dieser Stelle helfen konnten und das Kind nun wieder die Schule besucht.“ Einer ebenfalls alleinerziehenden Mutter eines mehrfachbehinderten Kindes wurde mit Spendenmitteln ein neuer Pflegestuhl gekauft. „Zwar hatte sie Ansprüche auf Gelder von der Pflegekasse, doch die sind streng reguliert. Für einen neuen Stuhl gab es keine Zuschüsse mehr. Nun war das Kind erneut gewachsen und konnte in dem vorhandenen Stuhl nicht weiter gepflegt werden.“ Neben der Einzelfallhilfe machten die Mittel erst neue Projekte zur Prävention möglich, etwa zum Thema Gesunde Ernährung in den Einrichtungen der Gemeinwesenarbeit. „Hier lernen Kinder und ihre Eltern, wie man gesunde Mahlzeiten zubereitet.“
Radio Salü Geschäftsführer und Programmdirektor Axel Muselff fügt hinzu: „Wir sind überwältigt von der erneut starken Mobilisierung der Unterstützung für „Sternenregen“ und bedanken uns bei unseren Hörerinnen und Hörern und bei unseren Werbekunden und Partnern für ihr beispielhaftes Engagement. Unser Dank geht auch an alle, die bei unserer großen Online-Spendenauktion in der Vorweihnachtszeit mitgemacht haben. Und dabei ist es uns noch mal wichtig zu sagen: Jeder einzelne gespendete Euro kommt bei den Bedürftigen an. Seit 2004 waren das bis heute über sechs Millionen Euro.“
Zu den Einzelspenden kamen wieder Spendenaktionen von Firmen und Verbänden. So bringt die Krankenkasse IKK Südwest seit 2017 zusammen mit dem saarländischen Bäckerhandwerk jedes Jahr im Aktionszeitraum vor Weihnachten „IKK-Brote“ in den Verkauf – IKK steht in diesem Fall für die Zutaten Ingwer, Kleie und Kürbiskerne. Zwar wurde das Ziel, in der diesjährigen Aktion 33.333 Brote zu verkaufen, von denen je 30 Cent als Spende an Sternenregen fließen, knapp verfehlt. Doch auch 26.000 Brote ergaben eine Spendensumme von 8.000 Euro. Das Traditionsunternehmen Schwamm & Cie. Spendete für jeden Lyonerring, der in der Vorweihnachtszeit über die Ladentheke ging, zehn Cent und erzielte eine Summe von 8750 Euro für Sternenregen. Erstmals mit dabei war die Kalinski Wurstwirtschaft aus Saarbrücken, die eine eigens kreierte Radio Salü Currywurst mit Sesam und Mais unters Volk brachte. Von jeder Wurst gegen zwei Euro an Sternenregen, insgesamt kamen 1056 Euro zusammen. 10.000 Euro steuerte die proWIN-Stiftung bei.
„Sternenregen steht jedes Jahr aufs Neue für den besonderen Zusammenhalt im Saarland. Es macht mich immer stolz, mit wie viel Mitgefühl, Solidarität und Hilfsbereitschaft wir Saarländerinnen und Saarländer füreinander einstehen. „Sternenregen“ schenkt nicht nur konkrete Unterstützung, sondern auch Hoffnung, Zuversicht und das gute Gefühl, Teil einer starken Gemeinschaft zu sein“, so Ministerpräsidentin und Schirmherrin Anke Rehlinger. „Das Ergebnis drückt mehr aus als nur den stattlichen Euro-Betrag: Dahinter steht die Botschaft: Die Gesellschaft schaut nicht weg, wenn andere in Not sind. Jeder trägt ein Stück der sozialen Verantwortung mit. Wir lassen die Menschen nicht alleine in ihrer Situation.“ Die Hilfe der Gesellschaft ersetze nicht die Verantwortung des Staates: „Der Staat bleibt als leistungsstarker Sozialstaat in der Pflicht. Die Menschen brauchen in dieser Lage Sicherheit.“ Sie dankte allen privaten Spenderinnen und Spendern ebenso wie den teilnehmenden Unternehmen, dass diese ihrer sozialen Verantwortung nachkommen.
Bis Anfang Januar 2026 machte Radio Salü mit Radiospots, Berichten und Beispielen von Betroffenen verstärkt auf die Hilfsaktion aufmerksam. Spenden für „Sternenregen können ganzjährig auf das Spendenkonto des Vereins RADIO SALÜ Wir helfen e.V. bei der Sparkasse Saarbrücken (IBAN DE02590501010090021999) eingezahlt werden.
Die Beratungsstellen der Diakonie und der Caritas sorgen dafür, dass die eingehenden Spenden direkt und gezielt an bedürftige Familien verteilt werden. Jeder Bedarf wird individuell geprüft und die Familien werden nach Möglichkeit auch langfristig betreut. Nähere Informationen zur Verwendung der Spenden gibt es auf der Senderhomepage unter salue.de