05. September 2019

„Vorwärts Team Europa“ wandert im Saarland für mehr Integration


Diakonie Saar und katholische „Jugendkirche eli.ja“ sind Partner der Wandergruppe „Vorwärts Team Europa“ bei Ihrer Wanderung im Saarland. Von Syrern in Deutschland initiiert, haben sie die Idee aus ihrem Heimatland mitgebracht.

„Wir möchten mit der Wandergruppe die interkulturelle Begegnung und die Integration fördern“, erzählt Mitgründer Saleem Barkeel die Ziele der Initiative, an der bei den deutschlandweit organisierten Wanderungen oft um die 100 Personen teilnehmen. Ende August organisierten Saleem Barkeel und Fadi Alnizami eine 8-tägige Wanderung von Kirkel bis nach Mettlach. Als Partner im Saarland half dabei das Projekt „Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit“ der Diakonie Saar und die katholische Jugendkirche „eli.ja“.

 

Mit in  „Vorwärts Team Europa“ ist auch Kauthar AlGhazzouly. Seit August 2015 ist sie in Deutschland und besucht regelmäßig auch das vom Diakonie-Projekt „Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit“ organisierte Begegnungscafé und die Feste. „Hier im Projekt trifft man Muttersprachler aus Deutschland und lernt die Kultur zu verstehen“, so AlGhazzouly.  An Wanderungen des Teams hat sie bereits in Österreich, Frankfurt, Konstanz und Dresden teilgenommen. „Die Natur in Deutschland ist sehr schön. Man lernt verschiedene Städte und andere Leute kennen“, beschreibt sie die Eindrücke der Wanderungen. Gut gefalle ihr auch das Wandern in der großen Gruppe. „Wir sprechen über unser Leben in Deutschland, über Schwierigkeiten. Aber wir singen auch zusammen und erinnern uns an unsere Heimat.“ Viele der Teilnehmenden sind Syrer, die aber nicht nur aus Deutschland zu den Wanderungen kommen sondern auch aus Frankreich, Holland, Österreich, Großbritannien und Schweden. Den Organisatoren ist dabei wichtig, dass der mittlerweile eingetragene Verein offen ist für alle Religionen. „Eine wichtige Regel ist bei uns, dass Themen zu Politik und Religion außen vor bleiben“, erklärt Mitgründer Barkeel. Die Idee basiert dabei auf der Wanderbewegung des Niederländers und Jesuitenpriesters Frans van der Lugt, der vor  etwa 40 Jahren in Syrien die Bewegung startete. „Nachdem er im Syrienkrieg 2014 getötet wurde und ich in dem Jahr über ein DAAD-Stipendium nach Deutschland kam, entschieden Fadi Alnizami und ich, seine Idee in Europa weiter zu führen“, so Barkeel.

 

Für die Wanderung im Saarland stellte Aminah Istanbuli den Kontakt zum Diakonie-Projekt her. Istanbuli kam 2017 im Rahmen des Familiennachzugs von Syrien nach Deutschland und engagiert sich mittlerweile selbst in dem Projekt. „Als ich den Integrationskurs und die sich daran anschließenden Sprachkurse erfolgreich durchlaufen habe, merkte ich, dass ich durch meine Ausbildung zur Chemielehrerin in Syrien Methoden kennengelernt hatte, die mir nun beim Erlernen der deutschen Sprache halfen“, erzählt die heute 27-Jährige. Auf einem Sommerfest habe sie dann die Projektleiterin Petra Philipczyk kennengelernt und angeboten, ehrenamtlich ihre Landsleute beim Sprachelernen zu unterstützen. „Ich kenne durch die eigene Erfahrung die Schwierigkeiten in den Integrationskursen“, beschreibt sie ihre Motivation. Zwei Stunden in der Woche hilft sie seit April letzten Jahres jetzt Teilnehmern von Integrationskursen. Sie hat über einen Freund Fadi Alnizami von „Vorwärts Team Europa“ kennengelernt. War selbst mit auf der Wanderung in Spanien dabei. „Als die Idee aufkam, auch mal im Saarland zu wandern, habe ich den Kontakt zu Petra Philipczyk hergestellt“, erzählt Istanbuli. Sie war direkt offen für die Idee und mobilisierte ihre Ehrenamtlichen. „Wir halfen bei der Organisation der Übernachtungsgelegenheiten und da wir durch einem Kochkurs und einem Bildhauerkurs bereits eine enge Kooperation mit Pfarrer Christian Heinz von der katholischen Jugendkirche „eli.ja“ haben, konnten wir für die ersten zwei Tage organisieren, dass die Gruppe in der Kirche übernachten kann“, freute sich Philipczyk. Zufällig fand der „Saarland-Hike“ am 10-jährigen Jubiläum der Jugendkirche statt und so war das Wanderteam und auch das Projekt „Ehrenamtliche in der Flüchtlingspolitik“ mit einem Stand beim Sommerfest der Kirche dabei. „Wir sind glücklich und dankbar, dass wir so die Gelegenheit hatten, unseren Verein noch mehr Menschen vorstellen zu können“, erklärt  Barkeel. Am Folgetag brach die Gruppe von rund 60 Personen dann auf Richtung Mettlach, weitere Ortschaften und Menschen im Saarland kennen zu lernen und sich beim gemeinsamen Wandern auszutauschen.   


DIAKONISCHES WERK AN DER SAAR gGMBH
Projekt Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit/ Sprachtreff St. Wendel
Petra Philipczyk
Talstr. 44
66119 Saarbrücken
Telefon: 0681/94063012




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